Page 9 - unsere brücke / Dezember 2023 bis Juni 2024
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 werden, genährt durch
seinen Zuspruch, wie es das
Zweite Vatikanische Konzil
in Erinnerung ruft: „In den
Heiligen Büchern kommt ja
der Vater, der im Himmel
ist, seinen Kindern in Liebe
entgegen und nimmt mit
ihnen das Gespräch auf.“ (DV
21) Der Ambo ist so gesehen
Sinnbild für die Überzeu-
gung der Gemeinde, dass durch die Erfahrungen und Erkenntnisse der biblischen Menschen auch heute Gott sich an die Seinen wendet, sie begleitet und ihnen je neu sein Liebeswort zusagt, das verwandelnde Kraft in sich trägt.
Der Altar schließlich versinnbildlicht Jesus Christus als den Eckstein, der die Kirche – die Gemeinschaft aus „lebendigen Steinen“ – zusam- menhält (vgl. Petr 2,4; Eph 2,20). Er wird in der Weiheliturgie durch die Salbung mit Chrisam als besonderes Christussymbol ausgewiesen und im liturgischen Vollzug an verschiedenen Stellen als solches ver- ehrt (geküsst, mit Weihrauch inzensiert). In der Feier der Eucharistie wird er als Tisch offenbar, an dem der auferstandene Herr die Gläu- bigen zum österlichen Mahl einlädt und dabei sich selbst als Brot des Lebens reicht. Diese Dimension klingt im Altarweihegebet an, wenn es dort heißt: „Dieser Altar sei ein Bild für Jesus Christus, er ist die festliche Tafel, um die sich die Tischgenossen Christi in Freude versammeln.... Alle, die hier den Leib und das Blut Christi empfangen, mögen von seinem Geist erfüllt werden und ständig wachsen in seiner Liebe. Dieser Altar sei Quelle und Eintracht der Gemeinde.“
Diese Gebetsworte weisen den Altar nicht nur als Bild für die euchari- stische Handlung aus, sondern verweisen gleichzeitig auf die Berufung, die den Getauften zukommt: in der Welt durch das eigene Leben die Liebe zu bezeugen, die in der Liturgie gefeiert und in den eucharisti- schen Gaben „verkostet“ wird.
Wo wohnt Gott? – Er ist alles in allem. Er wohnt in den Herzen der Menschen, in der Gemeinschaft der Getauften,... In der Feier der Liturgie feiern Menschen dieses „Wohnen“ Gottes in ihrer Mitte und in ihrem Leben. Unsere liturgischen Räume und Orte wollen dabei als Verweiszeichen dienen seine Gegenwart in ihrer Vielgestaltigkeit zu erkennen und zu erleben.
Altarraum Oberneukirchen.
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