Page 19 - unsere brücke / Dezember 2023 bis Juni 2024
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 Wortgottesfeier zum Martinsfest in Schildorn.
zeugen. So hat sich über die Jahre eingespielt, dass es zumindest zwei verschiedene Feiern und damit auch zumindest zwei verschiedene Gottesdienstleiter:innen gibt. Wenn es dann auch noch ehrenamtliche Wortgottesfeier-Leiter:innen am Ort gibt, wird die Liturgie schon allein deshalb vielfältiger – was ich persönlich gut finde, für manche der Mitfeiernden aber verwirrend ist. Dabei denke ich nicht nur an das Kirchenvolk, das manchmal mit persön- lichen Befindlichkeiten und Ressentiments auf verschiedene Vorsteher:innen reagiert, son- dern auch auf die Mesner:innen, Ministrant:innen oder Organist:innen, um nur ein paar zu nennen. Denn jede und jeder der Gottesdienstleiter:innen setzt andere Schwerpunkte, und es kann zu Verwirrungen im „Heiligen Spiel“ kommen.
Insgesamt aber – und das ist für mich das Schöne und Positive – verschafft mir eine Wortgottesfeier oder auch eine andere liturgische Feier mehr Flexibilität – das mag daran liegen, dass ich selbst mir oft den Ablauf einer Feier zurechtlege und damit manches Starre aufgebrochen wird. Damit, so glaube ich, kann ich näher zu den Menschen kommen, in ihre Welt einsteigen und sie mehr dort abholen, wo sie gerade stehen. Ich hoffe zumindest, dass mir das immer wieder gelingt, denn auch wenn Liturgie für mich nicht Alltag sein darf und immer etwas Besonderes bleiben muss – nämlich das Eintreten in die Sphäre Gottes
– so wünsche ich mir, dass die ganze Lebenswelt der Menschen in ihr Platz findet und sich widerspiegelt. Liturgie darf nicht neben oder über der Welt stehen, sie muss Teil der Welt und des Lebens der Menschen sein, und das muss sich in der Spontaneität in der Feier und in der Sprache widerspiegeln.
Im Letzten ist Liturgie in all seinen Formen die Feier des Lebens der Menschen im Licht- schein Gottes.
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