Page 20 - unsere brücke / Juni bis Dezember 2023
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 Nichodemus Okoye
Seminarist
Sr. Michaela gehört der Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten an. Sie wohnt seit 2 Jahren bei uns im Priesterseminar und trägt als Teil der Hausgemeinschaft viel zu einem gelingenden Mit- einander bei. Ich lud sie zum Gespräch zum Thema Gemeinschaft ein und wollte von ihr wissen, wie sie die Gemeinschaft bei uns im Priesterseminar erlebt.
Für Sr. Michaela ist der Begriff „Gemeinschaft“ sehr vielfältig. Überall, wo Menschen sich zusammenfinden - in kleinen oder großen Grup- pen - entsteht Gemeinschaft. Vor allem in der Kirche weltweit und
im pfarrlichen Leben wird dies sehr spürbar. Nicht umsonst ist auch in einem Seelsorgeteam eine der „Säulen“ der Auftrag, sich um die Gemeinschaft in der Pfarre zu sorgen.
Gemeinschaft spürt sie im Priesterseminar beim gemeinsamen Feiern der Feste wie Weihnachten, Ostern, Beauftragungen der Seminaristen und beim jährlichen Brückefest, aber auch in kleinen, gemütlichen Runden zu Geburtstagen oder sonstigen persönlichen Anlässen. Sehr verbindend und wertvoll ist für sie das gemeinsame Gebet. Die Gottes- dienste am Morgen und die abendliche Vesper stiften Gemeinschaft. Durch Begegnungen und Gespräche im Alltag wissen wir mehr vonei- nander. Weiters empfindet sie auch eine gewisse Zugehörigkeit zu den Mitarbeitern und allen Bewohnern des Hauses. Persönliche Kontakte entstehen auch vielfach beim gemeinsamen Mittagstisch.
Gemeinschaft heißt für Sr. Michaela auch:
→ offen sein füreinander - den Anderen wahrnehmen
→ sich miteinander freuen - wertschätzende Begegnungen
→ menschliches Verständnis zeigen - im Alltag behilflich sein → einander Mut zusprechen - füreinander beten
Darüber hinaus ist das Leben in einer Gemeinschaft ein Geben und Nehmen. Das wird auch in der Bergpredigt Jesu (Mt 5,1-12) deutlich. Sie zeigt uns Kennzeichen und wichtige Eigenschaften einer Gemein- schaft auf, wenn diejenigen selig gepriesen werden, die Frieden stiften und die gerecht und barmherzig leben.
Der erneuerte Text des Liedes:„Selig seid ihr“ aus dem Gotteslob Nr. 457 drückt dies besonders gut aus:
Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt, wenn ihr lieben lernt, wenn ihr Güte wagt, wenn ihr Unrecht spürt,
wenn ihr Leiden merkt, wenn ihr ehrlich bleibt.
Im Gespräch mit Sr. Michaela Schreiner
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