Page 15 - unsere brücke / Juni bis Dezember 2023
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 geführt hat, sind wir doch sehr unterschiedlich, was Alter, Herkunft und Interessen betrifft. Wie in allen anderen Lebensformen auch, gilt es, an-, mit- und voneinander zu lernen. Gemeinschaft – für mich eine große Chance, nicht bei mir stehen zu bleiben, sondern mich immer wieder zu öffnen auf andere hin.
Aktuell lebe ich in Linz mit Sr. Maria Schlackl und Sr. Verena Maria Ha- selmann in unserer Gemeinschaft. Morgengebet, Frühstück, Raum für Gespräch und für gemeinsames Schweigen, um Gesagtes nachklingen zu lassen. So starten wir in den Tag.
Dann trennen sich unsere Wege. Ich arbeite als biomedizinische Analy- tikerin in der Blutzentrale in Linz, bin Mitglied der Leitung der öster- reichischen Salvatorianerinnen und ich gehöre als geistliche Begleiterin zu den sogenannten Wegbegleiterinnen in der Diözese Linz. Zeiten der Erholung, der Begegnung mit Freunden und des persönlichen Gebets gehören auch zu meinem Alltag.
Gemeinsam vereinbarte Fixpunkte aber auch nichtinstitutionalisierte Begegnungen, sowie die Organisation der alltäglichen Dinge wie Ein- kaufen, Kochen, Putzen und Waschen führen uns wieder zusammen. Gemeinschaft – ein tragfähiger Ort für das ganz „normale“ Leben.
Als Ausbildungsgemeinschaft begleiten wir junge Frauen, die auf der Suche nach ihrer Lebensform in der Jesusnachfolge sind oder am An- fang ihrer Ordensausbildung stehen. Ihnen möchte ich Mut machen, der eigenen Lebenssehnsucht auf der Spur zu bleiben. Gemeinschaftsleben braucht Engagement und ist zugleich erfüllend. Das sei auch den Skepti- kern und Idealisten aus meiner Einleitung gesagt.
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