Page 10 - unsere brücke / Juni bis Dezember 2023
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Sr. Luzia Reiter
Hausleiterin im Betreubaren Wohnen bei den Elisabethinnen
„Kirche, wo bist du?“ Die Antwort können wir an vielen verschiedenen Lebensorten, aber auch in der Bibel, unserer Heiligen Schrift finden, die richtungsweisend für das Leben von uns Christinnen und Chris- ten ist:„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Dieser Satz aus dem Matthäus-Evangelium ist wie zugeschnitten auf unser Generationenwohnen an der Ecke Harrachstraße/Elisabethstraße in der Linzer Innenstadt, in dem wir Elisabethinen seit Herbst 2020 wirken.
Die Idee, ein Haus zu eröffnen, in dem Menschen aller Altersgruppen wohnen und leben, wurde für uns eine Herzensangelegenheit, haben doch schon seit der Gründung unserer Ordensgemeinschaft im Jahr 1745 immer Menschen im Umfeld unseres Klosters gewohnt. Anfangs stand die Idee eines Betreubaren Wohnens im Vordergrund, diese wurde aber schon bald zum Generationenhaus erweitert. Unsere Gemeinschaft hat erkannt, wie wertvoll und bereichernd es ist, wenn Jung und Alt zusammenleben. Das erleben meine Mitschwestern und ich tagtäglich in der Klostergemeinschaft, wo Schwestern unterschied- lichsten Alters miteinander das Leben und den Glauben teilen und voneinander lernen.
Meine Aufgaben als Hausleiterin im Generationenhaus sind sehr ab- wechslungsreich: Ich bin ich vor Ort für die BewohnerInnen da, führe Gespräche, helfe bei kleinen und größeren Sorgen des Alltags, orga- nisiere diverse gemeinschaftliche und spirituelle Angebote für Jung und Alt, unterstütze bei Terminvereinbarungen und der Organisation von Unterstützungsleistungen. Für Menschen, die bei uns einziehen möchten, bin ich die erste Anlaufstelle. Ich kümmere mich um Besich- tigungen, die notwendigen Unterlagen bis hin zur Vertragsunterzeich- nung und unterstütze bei der Organisation des Einzugs. So bin ich Bindeglied zwischen der Ordensgemeinschaft und unseren Bewohner- Innen.
Kirche ist für mich überall dort sicht- und spürbar, wo Menschen ihren Glauben leben und teilen, wo Menschen Zeugnis geben vom lebendigen Gott, der das Leben in Fülle für uns Menschen möchte. Alle Menschen haben ein Bedürfnis nach Heimat, Geborgenheit, Gemein- schaft und Gebrauchtwerden. Diese Bedürfnisse sind auch in unserem Haus immer wieder spürbar, bei den jüngeren und den älteren. Ich glaube, dass verschiedene (spirituelle) Bedürfnisse in jedem Lebens- abschnitt gleich sind, diese aber von der jeweiligen Personengruppe anders geäußert werden. Im gemeinsamen Leben und Teilen unseres Alltags und Glaubens im Generationenhaus wird Koinonia, die gelebte
Generationenwohnen
  


























































































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