Page 16 - Unsere Brücke - Ausgabe 06 2021
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 Christoph König
Elektroprojektant
Abteilung kirchliches Bauen
Mit der Kraft der Sonne – Photovoltaik in der Diözese Linz
Größer denn je ist das Interesse der Pfarren in der Diözese Linz an Photovoltaik-Anlagen. Die vor Jahren seitens der Diözesanfinanz- kammer gestartete Initiative für Sonnenstrom hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt.
Dem Ganzen vorausgegangen ist das sehr aussagekräftige Umwelt- Leitbild der Diözese Linz, in dem auf das Wesentliche, nämlich „Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung“ eingegangen wird. Sodann haben sich in vielen Pfarren Leute gefunden und Arbeits- kreise gebildet, um Ideen zu sammeln und in Sachen Klimaschutz sichtbare Zeichen/Signale zu setzen. Die Motivation und das Enga- gement waren und sind beeindruckend. Um zu euphorische Pläne und Ziele der Pfarren einzudämmen, ist eine gemeinsame Planung mit der Abteilung kirchliches Bauen sehr wichtig.
Wesentliche Fakten werden bei einer Erstbesichtigung erhoben und Möglichkeiten der Installation ausgelotet. Der Fokus liegt auf der Eigen-Verbrauchs-Quote. Um diese so hoch wie möglich realis- tisch darzustellen, muss man den Stromfluss in den eigenen Ge- bäuden (Tageslastprofil) kennen und optimieren.
Oftmals werden alte Stromzählerstrukturen aufgelöst und zusam- mengefasst, da ohnehin die Pfarre als Rechnungsempfänger gilt. Optimierung oder Unterstützung der Warmwasserbereitung bzw. der Heizung sind ein Teil der Faktenanalyse.
Im Zuge dieses Prozedere kommen oftmals sogenannte „Strom- fresser“ zum Vorschein, die getauscht bzw. außer Betrieb genom- men werden. Zudem hat jedes Objekt aufgrund von Alter, Nutzen und verbauter Technik einen entsprechenden Standby-Energie- bedarf, die Erkenntnis darüber ist maßgeblich. Zum finalen Ab- schluss der Recherchen erfolgt natürlich ein Blick auf die Jahres- Strom-Abrechnung.
Mit diesem gesammelten Wissen werden nun geeignete Flächen gesucht bzw. definiert. Aufgrund der ausgereiften Entwicklung der Solarmodule sind nur noch ca. 4,5 m2 Fläche nötig, um 1000 Watt (elektrische Energie) zu erzeugen. Die infrage kommenden Flächen (Dächer, Wände, Abdeckungen, Stützmauern, Carport, Fassaden, ...) werden auf Statik, Dichtheit und Schneerutsch geprüft und mögliche Montagearten besprochen. Gegebenenfalls muss eine Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt erfolgen. Und so sind bis heute rund 100 Photovoltaik-Anlagen in Betrieb gegangen. Die Größen der Anlagen sowie die Montageorte sind sehr individuell.
Somit werden jährlich ca. 660.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt, dies entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 150 Einfamilienhäusern. Die Daten werden auf einem gemein- samen Web-Portal beobachtet, analysiert und ausgewertet.
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